Thaur

Das bäuerlich geprägte Thaur im Tiroler Inntal ist für seine Bräuche und Traditionen bekannt.

Meereshöhe: 633 m ü.d.M.

Die Gemeinde Thaur liegt am östlichen Fuß der Nordkette und grenzt direkt an Hall in Tirol. Es ist eines der sogenannten “MARTHA-Dörfer”, die die Dorfstraße von Innsbruck nach Hall in Tirol säumen: Mühlau, Arzl, Rum, Thaur, Absam und der Haller Stadtteil Heiligkreuz. Deren Anfangsbuchstaben ergeben zusammen den Namen Martha. Der Name Thaur stammt entweder vom illyrischen Wort für “Fels” ab, oder vom rätoromanischen “Taur” bzw. “Tgaura” (Ziege), das auf die Weidenutzung hinweisen würde.

Heute ist Thaur ein ruhiges Urlaubsdorf mit bäuerlichem Charme. Das zeigen u.a. die sogenannten Mittertennhöfe mit ihren kunstvollen Bundwerkgiebeln und großen Einfahrtstoren. Der Gemüseanbau spielt in Thaur eine große wirtschaftliche Rolle, und auch Brauchtum und Tradition werden hier noch großgeschrieben. Dazu gehören die Thaurer Krippen, die in Handarbeit hergestellt werden. Da sind dann orientalische Berge zu sehen, gemalte Hintergründe und die bekannten Krippenfiguren. Bekannte Bräuche sind das Mullerlaufen, ein alle vier bis fünf Jahre stattfindender Fasnachtsbrauch, sowie die Palmeselprozession, die im ganzen Tiroler Raum nur noch hier abgehalten wird: Eine lebensgroße geschnitzte Christusfigur auf einem ebenso lebensgroßen geschnitzten Esel wird in einem festlichen Umzug von der Pfarrkirche zur Schlosskirche und in das benachbarte Rum gezogen. Auch die Grablegungsprozession am Karfreitag ist nur noch hier zu sehen!

Einst stand in Thaur eine Burg, die im 13. Jahrhundert zu einer mächtigen Anlage ausgebaut wurde und mehrere Jahrhunderte als Gerichtssitz diente. Nach einem Brand und einem Erdbeben sind heute nur noch die Reste dieser ehemals größten Burg des Inntales zu sehen. Das Gemeindewappen mit den drei Türmen erinnert an die Anlage. Auch fünf Kirchen stehen in Thaur, die Sie auf einem Spaziergang besuchen können. Besonders Kunstinteressierte werden ihre Freude daran haben! Eine davon ist die barocke Wallfahrtskirche, “Romedi-Kirchl” genannt, die oberhalb des Dorfes nahe den Ruinen von Schloss Thaur thront. Es wird nämlich vermutet, dass dort der Hl. Romedius beheimatet war. Eine weitere Kirche ist die Ulrichskirche, der älteste in Tirol erhaltene Kirchenbau. Ebenfalls interessant ist die Kaisersäule, die an den Besuch von Kaiser Franz Joseph I. am 22.10.1815 erinnert. Sie befindet sich auf 1.700 m ü.d.M.

Unser Tipp: Die Ruinen von Schloss Thaur dienen im Sommer als Kulisse für die Freilichtaufführungen der Thaurer Schlossspiele. Beeindruckend!