Vals in Nordtirol
Zur Gemeinde Vals, die bis zum Tuxer Hauptkamm reicht, gehört das 6 km lange Valsertal.
Meereshöhe: 1.129 m ü.d.M.
Das Valsertal mündet bei St. Jodok, das teils zur Gemeinde gehört, in das Schmirntal und zusammen mit diesem bei Stafflach in das Wipptal. Der Hauptort von Vals, der Pfarrweiler St. Jodok, ist aufgeteilt zwischen den Gemeinden Vals (südlicher Teil) und Schmirn (nördlicher Teil). Den Namen bekam St. Jodok vom Hl. Jodok, dessen Krone auch im Gemeindewappen dargestellt ist. Der schwarze Keil im Wappen hingegen soll das Valsertal darstellen.
Vals hat eine bewegte Geschichte: Der Ort wurde erstmals 1313 als “Valles” erwähnt, eine Ableitung von “vallis”, dem lateinischen Wort für Tal. Im Mittelalter wurde im Valsertal Marmor abgebaut, der u.a. für die Böden der Hofburg und des Doms in Innsbruck verwendet wurde. Als die Pest fast die gesamte Bevölkerung des Tales ausrottete, wurde es wieder von den Nachbargemeinden aus besiedelt. 1809 tobte dann die Schlacht am Bergisel und auch das Valsertal war Kampfgebiet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden viele Gefangene in fast 3.000 m Höhe dafür eingesetzt, das chemische Element Molybdän abzubauen, obwohl die Vorkommen äußerst gering waren. Ebenfalls zu dieser Zeit, 1941, wurde das gesamte Tal unter Naturschutz gestellt um die vielfältige Vegetation zu erhalten, und 2001 wurde infolge einer Neuverordnung der hintere Teil als “Natura 2000″ Gebiet ausgewiesen.
Das Valsertal ist wohl eines der ursprünglichsten Seitentäler des Wipptales. Um das Gebiet in seiner vollen Schönheit sehen zu können, werden Interessierten hier naturkundlich geführte Wanderungen, Wildbeobachtungen, Fledermausfangnächte und im Winter Schneeschuhwanderungen angeboten. Besonders der Grauerlenwald am Ende des Tales ist sehenswert, hier leben noch viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Im Winter befindet sich in Vals ein kleiner Schlepplift, der sich besonders für Anfänger eignet, sowie eine 4 km lange Rundloipe.
Unser Tipp: Für Bergfreunde empfiehlt sich die Wanderung über einen Steig zur Geraerhütte (2.324 m ü.d.M.) hoch oben in den westlichen Zillertaler Alpen, eingebettet zwischen den Felswänden des Olperer, Fußsteins und des Schrammachers!
