Navis
Navis liegt im 10 km langen gleichnamigen Navistal, einem Seitental des Wipptales.
Meereshöhe: 1.337 m ü.d.M.
Von Matrei am Brenner zweigt das Navistal ab, das vom gleichnamigen Bach durchflossen wird. Das Gemeindegebiet von Navis mit seinen fast 2.000 Einwohnern erstreckt sich vom Fluss Sill bis zum Klammjoch (2.359 m) und dem Lizumer Reckner (2.886 m) in den Tuxer Alpen hinauf. Der Ortsname leitet sich von “nav” (fließen) bzw. vom Lat. “in abisso” (in der Schlucht) ab, ein Hinweis auf das enge und steile Tal.
Schon die Bajuwaren nutzten das Gebiet als Weide- und Jagdgebiet, bevor das Navistal ab dem 13. Jahrhundert dauerhaft besiedelt wurde, als hier Schwaighöfe errichtet wurden. Viele Bauernhöfe sind schon seit Jahrhunderten im Besitz derselben Familie. Die Eule im Wappen erinnert an ein im Mittelalter hier ansässiges Adelsgeschlecht, während der gelbe Keil die Form des Navistales darstellen soll. Am Eingang des Tales erhebt sich die beeindruckende Ruine der Burg Aufenstein, die noch zum Gemeindegebiet von Matrei gehört - sie wurde im Mittelalter als Stammburg der Herren von Aufenstein erbaut. Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts zerstörten dann die Truppen Margarete Maultaschs diese Anlage, als einer der Herren von Aufenstein das von ihm verwaltete Kärnten an Österreich und nicht an die Grafen von Tirol übergab. Übrig blieb nur die Burgkapelle mit den schönsten und wichtigsten frühgotischen Fresken Nordtirols, andere Teile der Burg wurden zum Aufbau der Pfarrkirche von Navis verwendet.
Im Sommer ist die “Naviser Almenrunde” empfehlenswert: Vom Parkplatz Grün aus führt der Forstweg Nr. 16 bis zur Peeralm und weiter zur Klammalm auf 1.947 m, dem höchsten Punkt der Wanderung. Über den Steig Nr. 18 kommen Sie dann über die Poltnalm zur Stöcklalm, mit herrlichem Panoramablick auf die umliegende Bergwelt. Ein Forstweg führt von hier wieder zurück zum Ausgangspunkt. Nehmen Sie sich für diese Wanderung, die Ihnen die Almenwelt näherbringen soll, ruhig einen Tag Zeit - insgesamt werden 462 Höhenmeter in einer Gehzeit von etwa 3,5 Stunden überwunden. Im Winter sind besonders Skitouren in die Tuxer Voralpen oder Langlaufen auf der Naviser Höhenloipe beliebt. Die Rodelbahnen zur Stöckl- und zur Peeralm vervollständigen das Winterangebot. Und an Schnee mangelt es sicher nicht!
Unser Tipp: Nicht weit von der Burgkapelle steht die Pfarrkirche St. Kathrein auf einem Hügel. Im 18. Jhd. wurde sie barockisiert und beherbergte eine lebensgroße, frühgotische Verkündigungsgruppe. Diese ältesten noch erhaltenen Schnitzfiguren Tirols werden aber aufgrund der hohen Gefahr eines Diebstahls nicht mehr der Öffentlichkeit gezeigt.
